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Advent auf dem Lindenplatz

In diesem Jahr findet der «Advent auf dem Lindenplatz» zum 16. Mal statt. Täglich vom 1. bis zum 23. Dezember wird abends um 18.30 Uhr feierlich ein Lädeli an der zentralen Laterne geöffnet, dem eigentlichen Adventskalender. Begleitet wird der Anlass abwechslungsweise von Kurzgeschichten, Gedichten und Musik oder Gesang. Die rund halbstündige Feier ist beliebt: Je nach Wetter – bei Regen weniger – zieht er von fünf Personen bis über hundert Leute an; im Durchschnitt sind es fünfzig Besucherinnen und Besucher und natürlich viele Kinder. Dazu gibt es gratis Getränke wie den alkoholfreien Glühmost, aber oft auch Guetzli, Biberli, Nüssli oder auch mal Panettone, je nachdem, was Freiwillige vorbeibringen.

Bezahlt wird niemand
Es sind sehr viele Freiwillige, die hier mitmachen, erzählt die Gründerin und Präsidentin des Vereins «Advent auf dem Lindenplatz» Bea Mauchle. Dazu gehören auch die Vereine, die hier auftreten. Denn bezahlen könne man grundsätzlich niemanden, sagt Bea Mauchle. Die ganzen Aufwendungen für die Stände, die Getränke etc. werden von Sponsoren finanziert, aber auch von Privaten, die oft auch ein Fenster im Adventskalender bezahlen möchten. Den Lindenplatz stellt die Stadt Rorschach gratis zur Verfügung, und auch die Ortsbürger Rorschach hätten sich stets grosszügig gezeigt.

Verein ohne Mitglieder
«Unser Verein ist schlank organisiert», so Bea Mauchle. Im Vorstand sind neben ihr als Präsidentin Sabrina Sommer als Aktuarin und Programm-Koordinatorin, Max Müller als Bauchef und ihr Mann Norbert Mauchle als Kassier («Ich habe ihn wohl etwas dazu genötigt».). Der Verein ist so schlank, dass er eigentlich nur aus dem Vorstand besteht – Mitglieder gibt’s keine. Der Vorstand trifft sich zwei- bis dreimal im Jahr. Der Rest geht via Telefon oder Email. «Wir sind in der Zwischenzeit ein wunderbar eingespieltes Team», erzählt Bea Mauchle. Alles laufe sehr ruhig und routiniert ab. Einmal im Jahr werden Vereine angeschrieben, ob sie mitwirken möchten, ebenso einmal im Jahr die Sponsoren, die ihnen sehr gut gesinnt seien; man bringe das nötige Geld relativ einfach zusammen. Zu diesen Sponsoren gehören auch das Hotel Mozart in Rorschach, das Hotel Wartegg in Rorschacherberg, das Hotel Rebstock in Rorschacherberg sowie das Hotel Rössli in Staad. Nicht zuletzt erwähnt sie Moni vom Rheinfels in Rorschach, die den Glühmost bereitstelle sowie die St.Galler Kommunikationsagentur Die Botschafter (ehem. E,T&H Werbeagentur AG) für die Bewerbung des Anlasses und das Tagblatt.

«Wir wollen etwas geben»
Anfangs hätten ihre Mitbegründerin Susi Alge und sie alles alleine gemacht, erinnert sich Bea Mauchle. Von der Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung habe das recht viel Arbeit gegeben. Und natürlich Präsenz an 22 Abendveranstaltungen (ein Abend ist dem Klauseinzug reserviert). Anfangs waren die Adventsfenster noch dezentral verteilt in der Stadt. Man habe dann eingesehen, dass das nicht wirklich funktioniert und deshalb eine zentrale «Laterne» beim Lindenplatz geschaffen. Auch habe man sich einen Bauchef gesucht und schliesslich auch noch einen Kassier. Dies alles habe zur Entlastung geführt. Bea Mauchle: «Zwischendurch war ich schon mal amtsmüde geworden.» Aber mit der besseren Struktur, mit Abwechslungen der abendlichen Präsenzen zwischen ihr und Sabrina Sommer und dem routinierten Ablauf habe sie sich gesagt, nein, ich mache weiter. «Wir wollen etwas geben.»

Die Sache mit Frau Kaiser
Und dann sind da noch die besonderen Begegnungen, an die sie sich erinnert. Zum Beispiel Frau Kaiser. Die sei praktisch jeden Abend gekommen. Sie hätten sich ihr auch speziell angenommen, weil sie dachten, das ist ein eher ärmliches Fraueli, das Kontakt nötig habe. Als Frau Kaiser nicht mehr auftauchte, hätten sie nachgefragt. Die Antwort war: Frau Kaiser ist jetzt im Pflegeheim und wenig später: Frau Kaiser ist gestorben. Was sie dann erfuhren: Frau Kaiser war keineswegs arm, sondern mehrfache Millionärin. Im letzten Jahr nun hat die Verena Kaiser Stiftung dem Verein die beiden Hüsli auf dem Lindenplatz gestiftet.

Und der «Wienachtswhy»
Verändert hat sich im Ablauf des Advents auf dem Lindenplatz kaum etwas. Dazu gekommen ist das «Überraschungs-Ei», das Mitwirkende am Schluss des Anlasses bekommen («Das ist sehr beliebt».). Und auch das gemeinsame Anstossen nach dem Auftritt im «Schilte Sechsi» mit dem «Wienachtswhy». Diesen gibt’s nur zwischen dem 1. und 23. Dezember. Er ist aber so beliebt, dass auch unter dem Jahr Leute ins «Schilte Sechsi» kommen und ebendiesen «Wienachtswhy» verlangen.